Was ist eine Kniearthrose ?

Die Kniearthrose zählt zu den häufigsten aller Gelenkkrankheiten.
Kniearthrose bezeichnet den Zustand nach Zerstörung der Knorpelschicht des Kniegelenkes und den damit einhergehenden Veränderungen des darunter liegenden Knochens.
Der betroffene Patient verliert dadurch die Fähigkeit, sich frei zu bewegen. Das Kniegelenk entzündet sich, schwillt an und verursacht Knieschmerzen.

Kniearthrose Therapy Wien

Aufbau des Kniegelenks

Das Kniegelenk ist die bewegliche Verbindungsstelle zwischen Oberschenkel und dem Schienbeinkopf. Das Kniegelenk ist ein Drehscharniergelenk.
Es besteht aus unterschiedlichen Strukturen: Knochen, Innenmeniskus, Außenmeniskus, vorderes und hinteres Kreuzband, Seitenbänder und Knorpelflächen. Sie alle können in unterschiedlichem Maße betroffen sein, wenn das Kniegelenk an Arthrose erkrankt ist.

Mit dem Kniegelenk führen wir täglich viele tausend Bewegungen am Tag durch, meist ohne dass wir uns dessen bewusst sind. Verbessert und erleichtert wird die Bewegung des Kniegelenkes durch die Gelenkschmiere. Dieser Flüssigkeitsfilm wird von der inneren Gelenkschleimhaut gebildet.

Das Kniegelenk dämpft plötzliche und harte Bewegungen mit dem Gelenkknorpel. Der Gelenkknorpel ist ein glatter und elastischer Überzug. Er schützt das Kniegelenk bei jeder Bewegung und ermöglicht einen reibungslosen Ablauf der Bewegung.

Stadien der Kniearthrose

Frühstadium der Kniearthrose

Ausgangspunkt jeder Kniearthrose ist eine Veränderung im Knorpelüberzug, der sogenannte „Knorpelschaden“. Oft ist dieser Schaden zunächst nur auf eine kleine Fläche begrenzt. Im weiteren Verlauf treten im Röntgenbild erste Verdichtungen des Knochens auf. Es handelt sich hierbei immer um Knochenbezirke, die direkt unter dem erkrankten Knorpel liegen. Diese zusätzlichen Veränderungen am Knochen sind ein entscheidendes Zeichen für das Frühstadium der Kniearthrose. Knieschmerzen treten auf.

Spätstadium der Kniearthrose

Zwischen dem „Frühstadium“ und dem „Spätstadium“ der Kniearthrose können viele Jahre liegen.Im Spätstadium ist der Gelenkknorpel im erkrankten Bereich des Kniegelenkes nicht nur geschädigt, sondern sogar vollständig abgerieben und verschwunden. Hierdurch reibt der jetzt freiliegende Knochen des Oberschenkels direkt auf dem Knochen des Schienbeines. Im Röntgenbild sieht man, dass sich die Knochen direkt berühren. Der sogenannte Gelenkspalt ist weitgehend verschwunden. Ständige Knieschmerzen sind die Folge.

Auch der Knochen hat sich gegenüber dem Frühstadium verändert: Er ist wesentlich dichter und härter und im Röntgenbild deutlich verändert. An den Rändern der Gelenke sind große knöcherne Zacken entstanden. Diese knöchernen Ausziehungen (Osteophyten) führen zu einer Verbreiterung des Kniegelenkes. Der Betroffene stellt fest, dass sein Kniegelenk äußerlich größer und aufgetrieben wirkt. Diese Knochenzacken können sich bei bestimmten Bewegungen auch berühren und weitere Knieschmerzen auslösen.

Diagnose der Kniearthrose

Wenn das ausführliche Arzt-Patienten-Gespräch und die körperliche Untersuchung bei Knieschmerzen den Verdacht nahelegen, dass eine Knie Arthrose vorliegt, werden in der Regel von den betroffenen Gelenken Röntgenaufnahmen angefertigt. Auf dem Röntgenbild sind die charakteristischen Krankheitszeichen der Kniearthrose meist gut zu erkennen: eine Verkleinerung des Gelenkspalts, nicht zueinander passende Gelenk­flächen, Verdichtungen des Knochens, die Bildung von Osteophyten und neu entstandene Hohlräume (Zystische Erweiterungen) im Knochen sowie eine Deformierung des Kniegelenkes.

Ursachen der Kniearthrose

Untersuchungen zeigen, dass etwa 50 Prozent aller Kniearthrose Patienten ihre Krankheit aufgrund langjähriger hoher Beanspruchung erleiden. Etwa 30 Prozent entwickeln eine Kniearthrose als Spätfolge eines Unfalls – zum Beispiel nach einem Kreuzbandriss oder Meniskusriss beim Sport. Bei den restlichen 20 Prozent der Be­troffenen liegt die Ursache in einer Achsenfehlstellung der Gelenke, die sich bereits in jungen Jahren bemerkbar machen und Knieschmerzen auslösen kann.

Behandlung der Kniearthrose

Ziel aller Behandlungsmethoden ist es, die Knieschmerzen der Betroffenen zu lindern und die Bewegungsfähigkeit wiederherzustellen. Man unterscheidet zwischen konservativer und operativer Behandlung der Kniearthrose.

Konservative Behandlung der Kniearthrose

Wichtiger Bestandteil der konservativen Behandlung ist es, das erkrankte Gelenke zu entlasten und vor Fehl- und Überlastungen zu schützen. Dies allein hilft schon, die Knieschmerzen zu reduzieren. So empfiehlt sich bei Kniearthrose, ein Zuviel an Körpergewicht zu verringern. Orthopädische Hilfen wie Handstock, Unterarm-Gehstützen und Schuhranderhöhungen sind weitere Entlastungs­möglichkeiten.

Ebenfalls hilfreich ist eine Bewegung ohne Belastung, da dadurch der Gelenkknorpel im Knie besser ernährt wird, und das Fortschreiten der Knierthrose sich verlangsamt. Empfehlenswert sind daher Schwimmen oder Fahrradfahren in niedrigen Gängen.

Des Weiteren sind Krankengymnastik und physikalische Therapie (z. B. Massage, Wärme- oder Kältebehandlung, Stromanwendung) wichtige Bestandteile der konservativen Behandlung und verschaffen vielen Kniearthrose Patienten eine Linderung Ihrer Knieschmerzen. Sie stärken die Muskulatur, verbessern die Beweglichkeit und stützen dadurch das Kniegelenk.

Bei der medikamentösen Behandlung der Kniearthrose sind schmerzlindernde und entzündungshemmende Arzneimittel die wichtigsten Pfeiler. Neben Schmerz­mitteln zum Einnehmen werden in bestimmten Fällen auch Kortisoninjektionen direkt in das Kniegelenk bei Knieschmerzen eingesetzt. Wie bei allen Medikamenten gilt es, die Neben­wirkungen zu beachten und möglichst gering zu halten.

Operative Behandlung der Kniearthrose

Hat die Kniearthrose ein Stadium erreicht, in dem eine Schmerzfreiheit und eine Aufrechterhaltung der Beweglichkeit mit den oben erwähnten Maßnahmen nicht mehr gewährleistet werden kann, ist eine operative Behandlung meist nicht mehr zu umgehen. Hier stehen verschiedene Methoden zur Verfügung.

Arthroskopische Verfahren (Gelenkspiegelung) sowie Umstellungs­operationen zur Optimierung des Kraftflusses und Normalisierung der Achsenverhältnisse können in bestimmten Fällen durchgeführt werden.

Bei älteren Patienten, meist ab dem 60. Lebensjahr, führt der künstliche Gelenkersatz (neues Kniegelenk, Knie Endoprothese) zu guten Ergebnissen mit Schmerz­freiheit und Wiederherstellung der Funktion.

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